Hundert Prozent Da

Wenn du mit deinem Pferd zusammen bist, dann sei mit deinem Pferd zusammen.

Verzichte während dieser Zeit auf alle Ablenkungen. Verzichte auf Gespräche. Verzichte auf Telefonate. Verzichte auf dein Handy. Verzichte auf zermürbende Gedanken. Verzichte auf Opferdasein.

Ich sage das bewusst so provokant. Sei zu hundert Prozent bei deinem Pferd. Es hat es verdient.

Stell dir vor du triffst dich mit einem Freund. Er sieht dich an, fummelt in deinen Haaren und unterhält sich währenddessen über deinen Kopf hinweg mit jemand anderem. Dann massiert er dir mit einer Hand den Rücken, während er mit der anderen Hand telefoniert. Und in der ganzen Zeit in der ihr zusammen seid, denkt er nur darüber nach, wie blöd sein Tag war.

Wie kämst du dir vor? Wie wäre das für dich?

Wenn du bei deinem Pferd bist, sei bei deinem Pferd. Sei mit ihm zusammen. Schweige und hör ihm zu. Schenke ihm deine Aufmerksamkeit. Es hat es verdient. Wenigstens diese eine Stunde …

Siehst du deine Fähigkeiten?

Oder siehst du nur was du kannst oder nicht?

Ich beobachte in der Welt der Pferde und Reiter und natürlich auch bei mir selbst, wie wir trainieren oder Übungen anwenden, die man eben so macht. Und wir tun sie so, wie man sie eben so macht. Ohne Bewusstsein, ohne Hinterfragen, ob wir das gut können, ob das das ist, was das Pferd braucht. Ob vielleicht etwas anderes uns beiden besser täte.

Weißt du, wie du in deinem Pferd das Beste hervorbringen kannst? Weißt du, was du bewirkst? Bist du dir bewusst darüber, was genau du, bei genau diesem Pferd erweckst, das ihm genau jetzt dienlich ist?

Ist es Reiten? Bodenarbeit? Führen? Zusammen sein? Ist es überhaupt eine Technik? Gibt es sie schon? Oder habt ihr eure ganz eigne Art euch gegenseitig zu nähren und das Leuchten in euch zu entfachen?

Beobachte dich. Sei ehrlich mit dir. Mach dir nichts vor. Trainiere dich selbst darin, deine wahren Fähigkeiten zu entlarven und zu nähren. So lange tue immer wieder das, was du gut kannst.

Siehst du dein Pferd?

Siehst du dein Pferd? Oder siehst du nur seine Reaktion?

Die Reaktion deines Pferdes ist abhängig von verschiedenen Umständen. Seiner Geschichte, dem Wetter, dem Alter, der Laune, satt oder nicht, zufrieden oder nicht, und noch viel mehr. Sie ist abhängig von deinem inneren Zustand, deiner Aktion oder deinem Auftreten.

Vor allem aber ist sie abhängig vom Selbst des Pferdes. Jedes Pferd hat seine eigene Art zu reagieren. Nichts ist wie beim anderen. Wenn überhaupt, dann höchstens ähnlich, aber niemals gleich.

Während einer emotionaler auf ein und dasselbe Erlebnis reagiert, geht der andere wesentlich entspannter damit um. Von sich aus. Unabhängig von den Umständen.

Schau ganzheitlich hin. Sieh das ganze Bild. Sei wie ein Künstler. Sieh dir alles an. Sieh nicht weg. Bleibe präsent und mit deinem Fokus sanft, weich und weit. Empfange, erkenne und lass dich überraschen.

Vor allem aber urteile nicht vorschnell.

Auf welche Weise soll dein Pferd auf dich reagieren?

Wenn du dein Pferd nach etwas fragst, wie wünscht du dir die Antwort? Möchtest du eine automatische Reaktion? Einen Anrufbeantworter, sozusagen? Möchtest du, dass dein Pferd deinen Befehl einfach ausführt? Tut was du willst? Mehr oder weniger abwesend? Oder möchtest du eine wache, klare Antwort? Möchtest du, dass dein Pferd dir mit Präsenz begegnet? Da ist? Du den Ausdruck in seinen Augen, in seinem ganzen Körper sehen kannst? Möchtest du echte Interaktion? Und was glaubst du, von wem das alles abhängt? Es folgt ein AUDIOIMPULS zum Training auf Basis des Zuhörens. … mehr …

Vom Erkennen

Heute schreibe ich dir, weil mich etwas beschäftigt von dem ich dir erzählen möchte. In den letzten Monaten ergreift mich immer und immer wieder eine tiefe Traurigkeit. Ich bin traurig über die Menschen, über ihre Gesinnungen, darüber was sie tun, wer entscheidet und über wen entschieden wird. … mehr …

Vom Energiefluss

In letzter Zeit habe ich viel mit Widerstand zu tun. Um mich herum. Im näheren und weiteren Umfeld. Wo man hinsieht. Und in mir drin. Ganz besonders dort. Und vielleicht geht es dir so ähnlich. Du beobachtest in dir oder um dich herum Widerstand? Wie äußert er sich? Was beobachtest du? Was passiert in mir, wenn ich Widerstand wahrnehme? Was passiert, wenn ich ihn nicht bewusst wahrnehme, er aber trotzdem da ist? Wie komme ich wieder in einen angenehmen Flow? Wie bringe ich die Energie wieder dorthin, wo ich sie haben will? Und was hat das alles mit dem Reiten zu tun? … mehr …

Alles ist Training

Training besteht aus EInheiten haben sie gesagt.Training geht man bewusst an. Für Training braucht es bestimmte Zeiten. Routine. Training beginnt. Training endet. Training ist ein Teil deiner Zeit. Einen Effekt erzielst du nur, wenn du immer dann trainierst, wenn du es dir vorgenommen hast. Manchmal muss man sich durchbeißen durch das Training. Dranbleiben ist alles! So oder so ähnlich lauten sie, die Phrasen, die sich in unseren Köpfen festgesetzt haben. Für mich klingt das doch ein bisschen sehr nach Langeweile. … mehr …

Vom Loslassen in der Arbeit mit dem Pferd

Vielleicht kennst du diese Momente, in denen dir bewusst wird, wie ungern du loslässt? In denen du bemerkst, wie sehr du klammerst. Du klammerst an Vorstellungen, an Körperhaltungen, an Ideen, an Abläufen. Du klammerst am Boden, im Sattel, an den Zügeln oder darin, wie etwas zu gehen hat. Du spürst das an der Art, wie du dich bewegst, wie sehr dein Körper fest ist, wie du Schwierigkeiten damit hast, dich zu lösen von dem, was du eigentlich vorhattest. Verstehe mich nicht falsch! Es ist nicht verkehrt eine Linie zu verfolgen. Es ist nicht negativ nach einem System zu arbeiten. … mehr …

Von diesem einen Pferd

Dieses eine Pferd. Kennst du es auch? Dieses eine Pferd, was dich so an deine Grenzen bringt. Dieses eine Pferd, das dich so dermaßen fordert. Dieses eine Pferd, das dich wieder und wieder nahe an die Verzweiflung treibt. Manchmal mit mehr Drama, manchmal mit weniger. Jedoch häufig äußerst emotional. Fast ist es so, als würde es deine tiefsten Themen nach oben holen. Als würde es dich triggern. Die Angst ist präsent. Mindestens aber bist du wirklich manchmal am Überlegen vielleicht doch aufzugeben und dir ein braves, liebes, immer verlässliches Pferd zu holen anstatt dich ständig dieser Herausforderung zu stellen. Oder? … mehr …

Vom Coachen und Lassen

Wenn ich mich umschaue in der weiten Welt des Web, vor allem aber im coolen Kreis der Coaches, dann hab ich manchmal den Eindruck ein richtig guter Coach bist du nur wenn du ein richtig Scheiß Leben hinter dir hast. *Anm.: Das Wort Coach mag ich eigentlich nicht, benutze es hier nur der Einfachheit halber.* Eine richtige Erleuchtung kannst du ausschließlich dann haben wenn du richtigen Müll erlebt hast. Zum Beispiel eine Depression oder einen heftigen Burnout oder Mobbing oder eine schwere körperliche Krankheit. Oder Armmut oder Missbrauch oder etwas was dem nahe kommt. Oder du hattest eben eine Zufallserleuchtung durch ein Buch oder einen Menschen oder so etwas. In jedem Fall ein einschneidendes Erlebnis, was dich verändert hat. Oder ein einschneidendes Leben aus dem du dich befreit hast. … mehr …