Aussteigen

Eines Morgens bin ich erwacht. Bin zu mir erwacht und wusste, wer ich sein will. Flexibel und offen und mehr vom Leben als nur dieses eine. Es gibt so viel da draußen, was mich zieht. Es gibt so viel da draußen, was mich nährt und sich mir zeigen will. Also los, Liebes, los! Lass dich nicht aufhalten! Eines Morgens habe ich mein Nachthemd abgelegt, meine Flügel angezogen und mich auf die Socken gemacht, bin losgeflogen und nie wieder gelandet. Ich treibe, schwerelos im Raum und erkenne dich.

So klingt es, wenn ich aus den Tiefen meines Seins berichte. Und dann habe ich nur an der Oberfläche gekratzt. Und trotzdem ist es wichtig, dass du das weißt. Du sollst wissen, dass du nicht alleine bist, wenn du dich alleine fühlst, nicht weißt wohin und warum. Du sollst wissen, dass nichts auf Erden so erschreckend sein kann, wie das Gefühl selbst. Und es braucht dafür kein Label. Nein, braucht es nicht. Du kannst es durchlassen, einfach so. Atme.

Das ist mitunter eh das wichtigste: Atmen. Mehr brauchst du nicht. Aber höre nicht damit auf. Lass den Atem nicht versiegen, lass ihn nicht stocken. Fluss, ein Fluss der Hingabe an das Leben. Zum Staunen. Ja. Das Leben ist zum Staunen. Wozu denn sonst?

Deine Stimme in meinem Ohr flüstert mir zu den Hilfeschrei, den du gerne tätigen würdest. Dich befreien. Endlich. Finally. Endlich aussteigen aus dem ewigen Sumpf des Daseins. Langweilig, immer gleich. Und nichts, einfach nichts tut sich. Alles bleibt wie es ist.

Geh, mein Lieber, geh. Geh den Schritt. Es ist an dir. Niemand sonst kann das für dich tun. Nur du.