Freiheit – ersehnt und gefürchtet?

Ein Teil in uns hat Angst vor Freiheit. Ein Teil fürchtet sich zu verlieren, sich zu verirren. Ein Teil in uns hat so großen Respekt vor dem Konstrukt der Freiheit dass er wieder und wieder neue Konstrukte erschafft, neue Gefängnisse errichtet, neue Abhängigkeiten produziert. Nur um nicht – Gott bewahre – wirklich frei zu sein.

Aber was bedeutet eigentlich Freiheit? Rein die Abwesenheit von Druck? Ein größeres Konstrukt, das weiter Blicken lässt? Die Veränderung von Verhaltensweisen? Verschiebung der Grenzen? Was bedeutet Freiheit wirklich? Für dich?

Existiert Freiheit überhaupt? Oder sind wir gar immer frei? Zu jeder Zeit? Ist sie nur einen Gedankensprung entfernt?

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#gedankenentgiftung_212
Wenn Freiheit in ihrer reinsten Form tatsächlich existiert
und wir vielleicht in jedem Moment frei sind, wo entspringt sie dann? 

Ist sie ein Konstrukt der Gesellschaft?
Ist sie eine Idee oder eine Form der Entfaltung? Ist sie echt?
Ist sie nur einen Gedankensprung entfernt? 

Wahre Freiheit kommt von innen.
Ist das eine Frage oder eine Tatsache?

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Und dennoch existiert die dauerhaft wiederkehrende Sehnsucht sie, diese Freiheit, in einer bestimmten Form zu manifestieren. Sie zu erschaffen, zu formen, in Handlung zu verwandeln. Zu jeder Zeit Gefahr laufend sie so sehr zu formen, sie nahezu zu übermanifestieren so dass sie selbst es ist, die uns wieder zum Gefängnis wird. Sie, diese Freiheit.

Denn wie schnell erschaffen wir genau das erneut? Eine Kopie dessen was es bereits gab. Ein sich in Dauerschleife wiederholender Versuch eines bunten, offenen Lebens. Grau in grau. Tagaus, tagein. Das Heute eine Kopie des Gestern. Der erneute Ausbruchsversuch einfach ein anderer Pfad der im selben Ende mündet. Dort wo er begann.

Der Trost: wir haben auf der Reise unterschiedliche Landschaften gesehen, Menschen getroffen und Dinge entdeckt. Perspektiven und Blickwinkel verändert und hoffentlich aus all dem etwas gelernt. Mindestens aber hat es uns geformt, die Reise hat uns geformt. So wie jedes Erlebnis etwas mit uns macht. Uns modelliert auf seine ganz eigene Art und Weise.

Nun, der Reflexion geschuldet, erkennen wir dass es im Grunde keine Kopie gibt. Kein Tag ist wie der andere. Keine Erfahrung gleicht der vorherigen. Kein Moment dem nächsten. Gott sei Dank. Das gibt Hoffnung. Darauf dass Freiheit eventuell im momentlichen Sein zu jeder Zeit, wirklich, auf ganzer Linie vorhanden ist.