Was Hänschen nicht lernt

„Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr.“

Bedeutet so viel wie, was man in Kindertagen nicht lernt ist später schwer bis gar nicht zu erreichen. An diesem Spruch hänge ich seit ein paar Tagen fest. Will ich ihn nun glauben oder nicht? Frustriert mich ein bisschen.

Das würde also bedeuten, dass ich nur in meiner Jugend fähig bin Neues aufzunehmen. Es würde bedeuten, dass ich je älter ich werde weniger Kapazität und Kondition in meinem Kopf frei habe. Alter verblödet. Aha.

Ich kann also abschließen. Ab wann dann eigentlich? Beginnt der Verfall, das Altern, das Nachlassen mit vierzig? Oder erst mit fünfzig? Oder schon mit dreißig? Oder gar schon mit fünfundzwanzig? Wann hab ich, statistisch gesehen, aufgehört jung zu sein?

Und gilt das dann auch für mein Pferd? Hat es auch aufgehört zu denken, zu lernen, sich zu interessieren? Ist mein Pferd lernfähig bis es sechs, acht, vierzehn Jahre ist? Und dann ist Ende? Dann funktioniert es nur noch. Interessant. Und überaus deprimierend.

Was wenn aber doch in jedem Hans ein Hänschen wohnt? Im Kern noch immer jung und frisch bleibt es dem Hänschen nicht verwehrt sich zu jeder Zeit nach seiner Lust und Laune zu entfalten. Offen dem Leben zu begegnen.

Neugier und Entdeckergeist sind es doch, die jung erhalten. Die uns und unserem Pferd Lebendigkeit und tiefe Freude stets bescheren. Unsere Zellen spülen mit kühler, sauberer Energie.

So lernen wir mit Leichtigkeit, wonach uns die Sinne stehen. Voneinander, übereinander, miteinander, durcheinander, hintereinander. Und auch ganz anders. Ein bestimmtes Lebensalter hält uns davon sicherlich nicht ab.

Was ich damit sagen will ist, es ist nie zu spät. Lass dich nicht entmutigen. Niemand ist zu alt für irgendwas. Erzähl dir nicht, das geht nicht mehr, nur weil du davon gehört hast.

Hans, hör auf dein Hänschen! Und natürlich auf dein Pferd … hihi …