Von diesem einen Pferd

Dieses eine Pferd. Kennst du es auch? Dieses eine Pferd, was dich so an deine Grenzen bringt. Dieses eine Pferd, das dich so dermaßen fordert. Dieses eine Pferd, das dich wieder und wieder nahe an die Verzweiflung treibt. Manchmal mit mehr Drama, manchmal mit weniger. Jedoch häufig äußerst emotional. Fast ist es so, als würde es deine tiefsten Themen nach oben holen. Als würde es dich triggern. Die Angst ist präsent. Mindestens aber bist du wirklich manchmal am Überlegen vielleicht doch aufzugeben und dir ein braves, liebes, immer verlässliches Pferd zu holen anstatt dich ständig dieser Herausforderung zu stellen. Oder?

Wenn wir mal ehrlich sind kannst du aber nicht anders als zu wachsen. Ja. Du wächst in jedem Moment, in dem eure Begegnung stattfindet. Wahrscheinlich wächst du sogar über dich hinaus. Du arbeitest unablässig daran, die Grenzen deiner Vorstellung weiter nach außen zu schieben. Du dehnst dich. Du traust dich mehr, du gehst Schritt für Schritt immer weiter und du lernst dazu. Tatsächlich auch dann, wenn du glaubst, es hat sich noch gar nichts getan. Sei ehrlich, wirklich ehrlich mit dir, blicke zurück und erkenne an, was bereits entzaubert wurde. Im Grunde arbeitet nämlich dein Pferd daran, dass du dich entwickelst. Hihi. Denn ich sage immer: Wer ein Pferd hat hat einen lebenslangen Coach.

Dein Pferd arbeitet an deiner Entwicklung. Dein Pferd trainiert dich. Weniger du das Pferd. Das ist doch spannend oder? Und was kann sich bereits verändern, wenn wir dem Erlaubnis zukommen lassen? Was darf sich noch mehr entfalten, wenn wir erlauben, die Dinge aus dieser Richtung zu betrachten? Wie viel leichter und angenehmer darf dieser Prozess dann sein? Möglicherweise hat das sogar Auswirkung auf die Angst, die dich vielleicht manchmal begeitet. Denn ja, manchmal kann es sein, dass eben dieses eine Pferd, das uns so nah ist einen ungeheuren Respekt in uns auslöst, den unser Körper bereits als Angst eingestuft hat. Und wie kommst du da wieder raus aus diesem Karussell der Gedanken?

Und an dieser Stelle habe ich noch eine Frage: Kann es vielleicht sein, dass die Angst oder der Respekt den du fühlst und der sich unweigerlich in deinem Kopf und Körper hochpotenziert hat, kann es sein, dass dieser seinen Ursprung nimmt in deinem Pferd? Dass es gar nicht deiner ist? Kann es sein, dass dein Pferd ein gewisses Misstrauen, eine gewisse Vorsicht hegt, wenn es etwas Neues zu tun gibt (wie zum Beispiel die Herde verlassen), das sich als Anspannung in seinem Körper bemerkbar macht und du als sensibles, mitfühlendes Wesen das so sehr wahrnimmst, dass du glaubst es sei deines? Spür dem mal nach und beobachte was passiert. Tatsächlich hab ich das oft so wahrgenommen, dass die Angst gar nicht bei mir war sondern bei meinem Pferd. Das macht den Umgang mit der Situation um ein vielfaches einfacher, denn wenn die Lähmung nicht meine ist kann ich frei agieren. Und ich kann der beruhigende Part sein. Fühl ich selbst bereits massiv Angst wird es schwierig mit beruhigen, da müssen andere Strategien her.

Möglicherweise kannst du deinem Pferd auch noch viel mehr zuhören. Und durch das Zuhören und das Gewahrsein darüber fällt es leichter die Räume zu sortieren. Was ist genau los? Was gehört wem? Identifiziere ich mich mit etwas, was mir gar nicht entsprungen ist? Kauf ich mich ein in etwas, was mir nicht gehört? Nach dem Sortieren der wahrgenommenen Phänomene kann viel entspannter weiter gemacht werden, als in einem Wust und Chaos aus Gefühlen, Gedanken, Empfindungen und Körperreaktionen. Findet dieses Sortieren sehr bewusst und als Gespräch (in welcher Form auch immer) statt, dann könnte man das als Tierkommunikation bezeichnen.

Außerdem bleibt die Frage: Ist Angst immer gleich Angst? Was unterscheidet, die eine von der anderen? Gibt es unterschiedliche Körperreaktionen zu Angst, Aufregung, Erregung, Verwirrung, etc.? Möglich dass der Körper ein und die selbe Reaktion zeigt und wir nur verschiedene Titel für unterschiedliche Situationen gefunden haben? Einer dramatischer als der andere? Worte sind ja dehnbar und formbar und gleichzeitig formen sie unsere Welt. Geben ihr ein Gesicht, ein Gefühl. Sie verleihen der Welt ihre Buntheit. Oder? Also ich liebe Worte. Ich liebe sie.

Eine Reitschülerin, die das erste Mal auf einem Pferd saß hat mal zu mir gesagt: „Ich habe Angst und ich habe keine Angst.“ Ein und dasselbe Wort für zwei unterschiedliche Gefühlsräume. Wenn man etwas Neues tut gibt es da eine gewisse Vorsicht, mit der man an das Ganze heran geht. Man ist wachsam. Mit gespitzten Ohren. Jedoch nicht gelähmt. Dafür ist die Neugier auf das Neue viel zu groß. Die Angst hat einen nicht im Griff. Man ist durchaus fähig zu handeln und zu entdecken. Und gleichzeitig ist es auch das, was tatsächlich passiert, wenn wir den Angstzustand verändern. Die Angst wird nicht weg gemacht. Sie ist Begleiter, ein cleverer Begleiter und zugleich betreten wir den sanften Raum der Gewissheit. Still. Weit. Und dehnbar. Aaahhhh. Das entspannt, nicht wahr?

In Liebe * Verena

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