Vom Benutzen des Pferdes

Es gab eine Zeit da hab ich meine Pferde benutzt. Oder sagen wir etwas weicher ich habe sie genutzt. Aber wozu beschönigen? Im Grunde trifft es das Wort benutzen. Denn das war, was man tat „in alten Zeiten“. Pferde waren Nutztiere.

Nun, wenn ich von nutzen rede meine ich nicht, dass sie die Ernte erledigten oder Holz aus dem Wald schafften. Ich meine nicht unbedingt überlebenswichtige Dinge. Mehr eine Art Stimmungsaufheller, Glücklichmacher, Seelenklemptner.

Nach dem Motto: Ich gehe reiten. Das macht mich glücklich. Oder: ich gehe zum Pferd (denn der Edle reitet nicht) und es beschert mir zwei schöne Stunden in ach so schweren Zeiten. Ein bisschen wie Alkohol, entspannt kurzzeitig, leider macht er auf Dauer blöd im Kopf.

In jedem Fall konsumiere ich mein Pferd. Es soll etwas für mich machen. Es soll mein Leben schöner machen. Ich mache mein Glück abhängig von ihm. Ich benutze es damit es mir besser geht. Harter Tobak, das zu realisieren.

Das muss doch anders gehen, dachte ich mir. Das kann es doch nicht sein? Natürlich ist mein Leben schöner, weil mein Pferd darin ist, aber doch nicht vor dem Hintergrund des Benutzens, oder? So wollte ich nicht weiter machen … und so begann die Reise …

Wie ist das bei dir?

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Horse Rider Listener