Es gibt so Tage da mach ich mir so meine Gedanken. Eigentlich fast jeden Tag. Vielleicht auch ohne eigentlich und ohne fast. Die Gedanken formen etwas. Vielleicht forme ich auch sie. Sie formen sich. In mir. Und dann entsteht etwas.

Das kann etwas sehr Schönes sein. Vielleicht ein Gedicht. Vielleicht ein Text.
Vielleicht ein Bild aus Worten. Oder auch nicht.

Ich setze mich auf meinen Platz und es beginnt. Ich muss nicht lange fragen. Ich muss nur warten. Sein. Mich öffnen. Manchmal noch nicht mal das. Ich bin offen auf eine bestimmte Art und Weise.

Schöpfen macht mich glücklich, gibt mir Sinn.

Wenn ich diesem Prozess, diesem Bedürfnis aus meinem Inneren keinen Raum gebe dann wird es destruktiv. Es kehrt sich um. Wendet sich gegen mich.

Der Engel wird zum Dämon im Augenblick eines Flügelschlags.
Der Segen verwandelt sich in einen Fluch.

Die Gedanken wühlen mich auf, zerfressen mich. Sind zerstörerisch, verhöhnen mich, machen mich nieder.
Sie nehmen mir die Luft.

Das will ich nicht. Gefällt mir nicht. Das mag ich nicht. Also kreiere ich. Was bleibt mir anderes übrig?

So bleibt der Segen Segen und ich ein Engel in menschlicher Gestalt.