Was kann ich tun wenn ich das Gefühl habe mein Pferd mag mich nicht?

Als ich ein Kind war hab ich mich das ganz oft gefragt: Ob mich mein Pferd wohl gerne hat? Und ob es wohl weiß, dass es „mein“ Pferd ist. Ich habe diese Fragen auch unablässig meiner Mutter gestellt. Sie gab mir immer Bestätigung, dass das natürlich so sei, was mich im ersten Schritt sehr glücklich machte. Dennoch blieben Zweifel übrig. Denn, und das weißt auch du, wenn wir es nicht selbst spüren können hilft alle Bestätigung von außen wenig.

_ HAST DU ZWEIFEL?

Wie ist es bei dir? Gibt es in dir manchmal dieses Gefühl, dass dich dein Pferd möglicherweise nicht leiden kann? Gibt es manchmal die große Leere? Was wenn alle Beziehungsarbeit hinfällig ist? Was wenn alle Zeit, die du investiert hast umsonst war? Was wenn alles, was du versucht hast doch nur für die Tonne ist? Was wenn dein Pferd all die Gefälligkeiten die es dir erweist nur tut, weil es vielleicht gut funktioniert oder „glaubt“ es muss? Was hat es zu bedeuten, dieses Gefühl, das immer wieder Zweifel hervorbringt? An schlechten Tagen vielleicht sogar in Angst übergeht?

_ EIN GEDANKE ERZEUGT EIN GEFÜHL

Wenn dich dieses Gefühl beschleicht, dann sei zunächst erstmal gewiss, vor dem Gefühl stand ein Gedanke. Nun prüfe diesen Gedanken: Mein Pferd mag mich nicht. Frage dich, ob das wirklich die Wahrheit ist. Nimm eine tiefen Atemzug, schließ für einen Moment die Augen und frage dich: Ist das wahr? Jetzt beobachte, was in Dir aufsteigt. Schwere, Leichtigkeit? Ein inneres Ja? Ein inneres Nein? Du bist unsicher? Wiederhole diesen Prozess und nimm wahr, was du wahr nimmst. Und wenn ein Nein kommt entspann dich.

_ EINE ANDERE SICHT

In den allermeisten Fällen erzählen wir uns Geschichten. In den allermeisten Fällen haben Pferde eine völlig andere Sicht, einen völlig anderen Zugang zu Zuneigung. Möglicherweise äußern sie ihre Zuneigung auch ganz anders, als wir das tun oder gar von ihnen erwarten. Möglicherweise zeigt dir dein Pferd bereits seine Zuneigung sehr deutlich und du hörst es nicht? Also wie wäre es, die Frage an dein Pferd zu richten?

_ FRAG DEIN PFEERD

In einem ruhigen Moment im Stall könntest du in dich gehen, ein paar Mal tief ein und aus atmen, so dass du dich ein bisschen entschleunigt hast, ein bisschen mehr bei dir bist. Du nimmst dir den Moment Zeit. Im Idealfall steht dein Pferd frei neben dir auf dem Paddock, dem Reitplatz oder wo auch immer du einen geschützten, ruhigen Raum findest. Du kommst ganz an, stellst die Frage, richtest sie an dein Pferd und beobachtest was passiert. Was steigt in dir auf? Ein Ja? Ein Nein? Zeigt dein Pferd eine Reaktion? Gibt es sonst Gefühle die sich zeigen? Nimm alles wahr und versuche nichts zu bewerten. Nimm es wahr und zur Kenntnis mit einem einfachen „AHA, okay.“

_ MEHR DAVON

Sollte sich tatsächlich ein Ja zeigen, dann könntest du mit deinem Pferd einfach viel öfter auf diese Art in Kontakt gehen. Du könntest Zeit mit ihm verbringen. Atmen. Es beobachten. Dich in sein Feld einklinken. Du könntest mental mit ihm in Kontakt gehen. Ihm Fragen stellen, was es braucht. Was es sich von dir wünscht. Was ihm fehlt. Du könntest mehr von ihm empfangen. Dich mental und über dein Herz öffnen. Mach es dir leicht und frage nicht, wie das geht. Tu es. Die bloße Absicht genügt. Möglicherweise wäre es schön generell öfter ungezwungen mit ihm Zeit zu verbringen, ohne Ablenkung. Möglicherweise stärkt das eure Bindung und Zuneigung.

Was meinst du?