Das Pferd durchschaut

Ein Pferd beeindruckst du nicht mit Sprüchen. Du beeindruckst es nicht mit Geld oder Besitz. Du beeindruckst es nicht in dem du dich selbst darstellst. Oder gar versuchst etwas zu sein, was du nicht bist.

Das Pferd durchschaut dich.

Nicht weil es etwas im Schilde führt oder eine List ausheckt. Nicht weil es das unbedingt will. Einfach weil es nicht anders kann. Es ist dafür gemacht. Es ist sein natürlicher Zustand sein Umfeld zu scannen, zu durchleuchten.

Es blickt tief in dein Herz und erkennt was dich bewegt. Was dich wirklich bewegt. Es erkennt, was du übersiehst. Was du nicht fühlen willst. Es entdeckt, was du versuchst zu verstecken. Und bringt es ganz unweigerlich ans Licht.

Nimm dich wahr. Sei ehrlich und echt. Mit dir selbst in erster Linie. Fühle dich. Fühle was in dir ist. Setze dich mit dir selbst auseinander. Geh in Kontakt mit deinen Tiefen. Erkenne dich. Höre deine Bedürfnisse. Werde präsent.

Es hilft dir, dein Sein in Einklang zu bringen. Deine Energie zu sortieren. Du wirst weniger überrascht sein, wenn du deinem Pferd begegnest. Du wirst weniger übermannt sein von den Begebenheiten. Du wirst gelassener und klarer.

Training am Pferd ist immer Training an mir selbst.

Eines Morgens

Als eines Morgens aus der Stille
eine Gewissheit dir erwacht.
Eine Geborgenheit voller Güte
dir durch deine Zellen wieder lacht.
Da weißt du tief in dir, die Zeit ist gekommen.
Du hast den Berg deiner Liebe erklommen.

Du gehst den ersten Schritt
in Richtung selbst gefundenes Glück.
Trittst vorsichtig die große Reise an
die direkt dorthin führt,
wo du schon immer sein wolltest.
Hinein ins Herz der unendlichen Liebe.

Wie tief es dich dort hinein treibt
ins Labyrinth seiner Unendlichkeit.
Dein Blick wird weit.
Groß werden deine Augen,
sie bestaunen, kaum zu glauben
diese Schönheit weit und breit.

Erfüllt und selig fühlst du dich.
Zauber legt sich dir ins Gesicht.
Verzaubert sind die Sinne dir
und dein Sein wird größer und größer.
Du dehnst dich aus, dein Sehnen hört auf.
Bist angekommen zu Haus.

2020-11-19

Folgst du dem Rhythmus?

Es gibt Tage, da zieht es einen nach draußen. Alles ruft. Der Wald, das Pferd, die Luft, der Körper sehnt sich nach Neuerung. Frische Impulse, frische Atmung, frische Gedanken. Ausdehnung. Empfangen. Bewegung.

Dann gibt es Tage, da zieht es einen nach innen. Alles ist ruhig. Man möchte in die Decke, ans Feuer, auf die Couch, in den Arm. Der Körper sehnt sich nach Zuwendung. Das Herz sucht Geborgenheit. Nichts Neues. Nur Bekanntes. Und Stille.

Das Neue möchte verarbeitet werden. Die Impulse verdaut, die Luft integriert, die Gedanken sortiert. Das Pferd möchte Ruhe und ruft gar nicht mehr. Es flüstert nur leise und steht stoisch im Wind. Versunken und in sich gechillt.

Was wenn genau dieser Rhythmus der richtige ist? Wenn genau dieser Pulsschlag des Lebens der deine ist? Im kleinen wie im großen. Wäre es nicht wunderbar ihm zu folgen? Bedürfnisse spüren, Raum geben, sein.

Dafür sollte mehr Platz in der Gesellschaft sein.

Jedoch es nimmt seinen Anfang in dir. Gibst du dir die Möglichkeit genau das zu sein? Dein Bedürfnis zu leben? Erwägst du es? Auch wenn es unbequem ist, weil scheinbar alle da draußen etwas anderes erzählen und du das Gegenteil gelernt hast?

Sei gut zu dir.

Die Zeit des Schmerzes ist vorbei

Die Zeit des Schmerzes ist vorbei,
flüstert der Wind mir leise in mein Herz.

Tosend saust er über Wald und Felder
reinigt jede Pore von dem bittersüßen Klang
des Glücks in deinen Ohren.

Kraftvoll malt er Bilder
auf die Wand der Welten Burg
und zerschmettert mit Getöse woran
du unbeirrt geglaubt hast.

Der Wind und ich sind Freunde
seit Anbeginn der Zeit.
Er trägt hinfort die Sorgen,
beendet stets mein selbst erschaffenes Leid.

Auf ihn ist Verlass,
denn auch im größten Chaos
bin ich in ihm still.

Finde leicht zu mir zurück,
auch wenn ich gar nicht will.

Schmerz schleicht sich unbemerkt davon
und all das Unbequeme, alle düsteren Geschichten
sind leer, sind aufgelöst, verlieren ihr Gewicht.

Oh Wind, was wär ich ohne dich.

Ich gebe mich ganz hin,
lass meinen Geist dich tragen.
Es wird ganz ruhig in mir.
Ich höre auf zu fragen.

Weit, weit und weiter wird mein Sein.
Der Blick verliert sich, hält nichts fest.

Ein Königreich voll klarer, sehender Gedanken
erfüllt sich, wenn du es nur lässt.

2020-11-16

Was Hänschen nicht lernt

„Was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr.“

Bedeutet so viel wie, was man in Kindertagen nicht lernt ist später schwer bis gar nicht zu erreichen. An diesem Spruch hänge ich seit ein paar Tagen fest. Will ich ihn nun glauben oder nicht? Frustriert mich ein bisschen.

Das würde also bedeuten, dass ich nur in meiner Jugend fähig bin Neues aufzunehmen. Es würde bedeuten, dass ich je älter ich werde weniger Kapazität und Kondition in meinem Kopf frei habe. Alter verblödet. Aha.

Ich kann also abschließen. Ab wann dann eigentlich? Beginnt der Verfall, das Altern, das Nachlassen mit vierzig? Oder erst mit fünfzig? Oder schon mit dreißig? Oder gar schon mit fünfundzwanzig? Wann hab ich, statistisch gesehen, aufgehört jung zu sein?

Und gilt das dann auch für mein Pferd? Hat es auch aufgehört zu denken, zu lernen, sich zu interessieren? Ist mein Pferd lernfähig bis es sechs, acht, vierzehn Jahre ist? Und dann ist Ende? Dann funktioniert es nur noch. Interessant. Und überaus deprimierend.

Was wenn aber doch in jedem Hans ein Hänschen wohnt? Im Kern noch immer jung und frisch bleibt es dem Hänschen nicht verwehrt sich zu jeder Zeit nach seiner Lust und Laune zu entfalten. Offen dem Leben zu begegnen.

Neugier und Entdeckergeist sind es doch, die jung erhalten. Die uns und unserem Pferd Lebendigkeit und tiefe Freude stets bescheren. Unsere Zellen spülen mit kühler, sauberer Energie.

So lernen wir mit Leichtigkeit, wonach uns die Sinne stehen. Voneinander, übereinander, miteinander, durcheinander, hintereinander. Und auch ganz anders. Ein bestimmtes Lebensalter hält uns davon sicherlich nicht ab.

Was ich damit sagen will ist, es ist nie zu spät. Lass dich nicht entmutigen. Niemand ist zu alt für irgendwas. Erzähl dir nicht, das geht nicht mehr, nur weil du davon gehört hast.

Hans, hör auf dein Hänschen! Und natürlich auf dein Pferd … hihi …

Refresh yourself

Need a refresh?
Nimm dir einen Moment. Atme ein. Atme aus.
Ganz bewusst. Lässt du raus.
Was nicht drin bleiben will.

Need a refresh?
Halte inne. Stoppe den Turbo deiner Gedanken.
Leere. Und du wirst dich bedanken.
Bei dir selbst zu allererst.

Need a refresh?
Raus mit dir. Geh spazieren im Wald.
Du sagst es ist kalt. Das hält dich nicht ab.
Du bist nur der König der Ausreden.

Need a refresh?
Hör auf den Herzschlag der Erde.
Geh Schritt für Schritt im Takt und werde
was du schon immer warst.

Need a refresh?
Pause. Lass dich nieder.
Seufzend streckst du deine Glieder
weit von dir. Schlummerst selig hinfort.

Refresh yourself.

2020-11-05

Den Pferden gleich

Während die Welt in Atem gehalten wird werden wir still gelegt. Passend zur Jahreszeit. Höhlenzeit. Zeit zu dir zu finden. Die Außenwelt hilft mit. Unterstützt dich dabei. Ob du es glaubst oder nicht.

Jede Ablenkung ist eine Übung noch tiefer in dich zu sinken. Noch klarer ja zu dir zu sagen. Jede Ablenkung ist eine Übung näher zu dir zu kommen, ruhiger zu werden und ausgerichteter in dir zu sein.

Die Pferde machen es uns vor. Lassen sich nicht ablenken. Sie sind bei sich. Sie sind versunken. Sie sind klar. Fokussiert und gleichzeitig unendlich weit. Ruhig und still und voller Kraft in einem.

Wenn du Sorgen hast, dich abgelenkt fühlst, glaubst, du verlierst allen Halt oder den Verstand dann beobachte die Pferde. Beobachte. Staune. Staune! Genieße. Fließe hinein in die Transzendenz.

Und dann frage dich: Gibt es wirklich ein Problem?

Die Welt wird was du wählst

Im Mantel der Eitelkeit
suhlen sie sich in ihrem eigenen Licht.
Erlaubt ist alles, was keine Schatten wirft.
Den Mantel des Schweigens hüllen sie über sich.
Und formen eine neue Welt.

Wie sieht sie aus? Wie soll sie sein?
Wie möchtest du leben?
Gestaltest du mit, formst was ist dein?
Was hast du zu geben?
Oder ist es dir gleich?

Du glaubst du bist machtlos.
Gibst auf und alles ab was nicht zu dir gehört.
Ich versteh das, ich kenn das, war auch so.
Hab mich selbst beschwert.
Aber Opfer ist nicht das neue Chic.

Du bist ein Rädchen.
Vielleicht nur ein ganz kleines.
Doch ohne dich funktioniert’s nicht.
Sei gnädig zu dir, sei wach und verein‘ es.
Was dich spaltet ganz tief innen drin.

Bring dich zusammen. Hör auf zu kämpfen.
Du bist weder Opfer noch machtlos.
Du weißt was du willst.

Souverän und still, wie ein Fels im Sturm.
Stehst du für die Welt und dich selbst.
Sie nimmt ihren Anfang in dir.

Gestaltest du mit und formst was ist dein?
Wie sieht die Welt aus? Wie soll sie sein?
Wie möchtest du leben?
Gibt es ein Ziel?
Was möchtest du geben?
Davon ganz viel?

Du bist weder Opfer noch machtlos.
Du bist ein Rädchen, ein ganz kleines vielleicht.
Aber sei dir bewusst ohne deine Idee wird es leer.
Das Formen der Welt wird schwer.
Wenn du dich entziehst.

Fang heute noch an und zwar in dir selbst.
Die Welt wird werden was du wählst.

2020-11-03

Angst enden

Angst muss in uns enden.

Nichts im außen wird dir je die Angst nehmen.
Nichts da draußen wird für dich entscheiden
oder deinen Weg dir gehen.

Nichts wird beenden deines Kopfes Zwiegespräch.
Nichts wird in dir halten was zu tun ist
von dem du glaubst du darfst es nicht.

Niemand wird dich retten. Das kannst nur du allein.
Dein Handeln wird dir vorbehalten sein.
Niemand tut für dich was deines ist.

Angst muss in dir enden. Jetzt.
Sonst endet dieses Schauspiel nie.

Der Kampf der in dir brennt wird ewig währen.
Er wird sich ewiglich an jener Angst ernähren.

Beide zerfressen dich.
Sie lassen Stück für Stück nichts übrig.

Verliere dich darin.

Oder sieh dich selbst, wie du da stehst.
Gebeugten Hauptes durch das Leben gehst.
Zurückgezogen in dir überlebst.
Ohne Kontakt und ohne Herz.
Leblos. Gelähmt. Tot.

Angst, mein Herz, muss in dir enden.
Das Leben lebt sich sonst an dir vorbei.

2020-11-02

WahrLichKeit

Wirklichkeit ist nicht gleich Wahrheit.

Wusstest du, dass das eine das andere erkennt? Und sich im jeweils anderen erfindet?

Wusstest du, dass nichts, aber auch gar nichts (!), so bleibt, wie es ist?

2020-10-26