Alles ist Training

Training besteht aus EInheiten haben sie gesagt.Training geht man bewusst an. Für Training braucht es bestimmte Zeiten. Routine. Training beginnt. Training endet. Training ist ein Teil deiner Zeit. Einen Effekt erzielst du nur, wenn du immer dann trainierst, wenn du es dir vorgenommen hast. Manchmal muss man sich durchbeißen durch das Training. Dranbleiben ist alles! So oder so ähnlich lauten sie, die Phrasen, die sich in unseren Köpfen festgesetzt haben. Für mich klingt das doch ein bisschen sehr nach Langeweile.

Langeweile oder weniger Aufwand

Und jetzt sagts du vielleicht: Was? Langeweile? Na wer ist denn ein guter Trainer, der nicht auf Routine setzt? Der nichts durchziehen kann? Wie soll man denn ein Ziel erreichen, wenn man nicht stur darauf zu steuert? Hm. Und dann komme ich und sage: Nun, was wenn ich dir sage, dass bei mir stures Daraufzurennen meistens in eine Sackgasse geführt hat? Was wen, ich dir sage, dass nach meiner Erfahrung Routine alles killt, was kreativ ist? Was wenn ich dir sage, dass ein Effekt nicht das Ziel ist, sondern es um viel mehr geht als das? Und was wenn ich dir sage, dass viel weniger von Nöten ist, als wir uns das vorstellen? Weniger Aufwand, weniger Routine, weniger Starrheit. Stattdessen könnten wir uns mehr in eine tägliche Kreativität hinein fallen lassen. Uns abholen lassen von unseren Ideen.

Fokus oder Freiheit

Wie soll das gehen, fragst du? Und wie sollen wir im Auge behalten, wo wir hin wollen, wenn wir uns kreativ leiten lassen? Das geht doch nicht zusammen? Kreativität und Klarheit. Ist doch Kreativität das Synonym zu Chaos. Also, wie soll das gehen? Ich glaube, das ist leichter als gedacht. Tatsächlich bin ich ein Mensch der unheimlich schnell in Routinen erstickt. Gleichzeitig bin ich von Routinen gesteuert. Im Grunde laufen alle meine Tage gleich ab. Sogar Samstag und Sonntag sind gleich. Denn Pferde versorgen ist immer. Sieben Tage die Woche. Was tue ich also um in dieser Routine Freiheit zu finden? Ich gestalte mir jeden Tag nach meinem Geschmack. Und zwar innerhalb der vorgegebenen Muster. Meiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt so lange die Pferde optimal versorgt sind.

Geist oder Körper

Und das ist bereits der Moment, in dem das Training beginnt. Zum Beispiel das Training des Geistes. Ich trainiere jeden Tag meine Kreativität. Jeden Tag lasse ich mich abholen. Lasse Ideen aufsteigen, wie ich den Tag heute gestalten könnte. Das heißt ich lasse meinen Geist frei, um ihn wieder sanft einzufangen sobald es losgeht. Manchmal lasse ich ihn während der körperlichen Arbeit auch fliegen. Denn da hab ich Zeit. eben genau in jenen Momenten, wenn ich miste. Nicht umsonst habe ich dort oft die besten Ideen. Jede Art körperlicher routinierter Arbeit kann eine der schönsten und leichtesten Meditationsübungen sein. Probier das mal aus! Dein Körper ist beschäftigt. Dein Geist kann entweder ruhig werden oder dich mit Ideen füttern. Er geht auf Reisen und angelt Ideen.

Bewusstheit oder Automatismus

Ebenso kannst du während des Tages deinen Körper trainieren. Dazu musst du nicht zwingend in ein Studio oder einer bestimmten Sportart nachgehen. Was wäre, wenn du Bewegungen ganz bewusst ausführen würdest? Beim Treppen steigen zum Beispiel. Den Fuß nicht einfach automatisch heben lassen. Stattdessen könntest du dein Bein ganz bewusst heben. Dem nachspüren. Du könntest deine Bauchmuskeln anspannen. Deinen Beckenboden trainieren beim Treppen steigen. Das gilt übrigens nicht nur für Frauen. Männer haben auch einen Beckenboden. Und Bauchmuskeln, die dort angesiedelt sind, von denen man oft nicht mal weiß, das sie sich dort befinden, oder dass sie überhaupt existieren. Also. Führe Bewegungen bewusst aus. Mach dich bewusst gerade. Spanne bewusst bestimmte Muskeln an während du eine Bewegung ausführst. Und glaub mir, du brauchst dafür nicht mehr Zeit als vorher. Du brauchst lediglich mehr Bewusstsein. Das trainierst du. Körperbewusstsein. Und im selben Moment die Muskeln, die dazu gehören.

Wahrnehmung oder mehr im Körper sein

Ich tausche manchmal beim Misten die Hände. Heißt ich nehme die Schaufel in die rechte Hand und den Rechen in die rechte Hand. Das ist äußerst ungewohnt und sieht ziemlich bescheuert aus am Anfang und ja, es dauert zunächst ein bisschen länger. Aber es trainiert Bereiche in meinem Körper, die ich vorher so nicht benutzt hatte. Möglicherweise gleicht es sogar Schiefen aus. Wer weiß. Ich mach das nicht immer, bemühe mich aber ab und zu darauf zu achten. Was auch super ist, ist einfach beim Gehen darauf zu achten gerade zu sein. Oder bewusst zu atmen. Oder aufgerichtet zu gehen. Oder die Schritte länger zu machen. Oder auch da die Bauchmuskeln mehr zum Einsatz zu bringen. Einfach mehr zum Körper zu spüren. mehr zu lauschen, was in ihm vor sich geht. Lass dich doch überraschen! All das trainiert deine Wahrnehmung, dein Bewusstsein, dein Körpergefühl, vieles mehr und ganz klar deine Muskulatur. Und zwar auf sanfte Weise. Jede Bewegung ist Training.

Beim Pferd ist es auch so

Wenn wir jetzt zum Pferd übergehen, kannst du das adaptieren. Jede Begegnung mit deinem Pferd kann bewusst sein. Jedes Treffen kann zum Training beitragen. Du musst noch nicht mal den Paddock verlassen um dein Pferd zu trainieren. Befindest du dich zum Beispiel in der Nähe deines Pferdes, es schaut zu dir und du gibst ihm innerlich ein Signal, dass es zu dir kommen soll. Das könnte zum Beispiel sein Energie zu dir ziehen, dich klein machen, ein Küsschen, Bauch einziehen, etc. und dein Pferd folgt, kommt offen und neugierig zu dir, so hat in diesem  Moment bereits ein erfolgreiches Training stattgefunden. Vielleicht schickst du es auch weg, weil es oft zu schnell zu dir kommt. Der Tanz um Grenzen ist essentiell für jedes Training, extrem wichtig im Umgang. Verstehst du was ich meine?

Fazit

Es ist nicht immer kein Training, wenn wir galuben, dass wir nichts gemacht haben. Es bedarf manchmal viel weniger Aufwand, als wir uns einbilden. Mach dir bewusst, das alles in dein Training einfließen kann. Sowohl bei dir selbst, deinem eigenen Körper als auch bei deinem Pferd. Sei gewahr, dass alles einen Effekt hat. Und zwar auch UND DAS IST SEHR WICHTIG jede Pause! Pausen sind extrem wichtig um Gelerntes zu integrieren. Sowohl für den Körper als auch für den Geist. Mache auch jede Pause bewusst! Setz dich und pausiere! Oder lege dich! So lange es nötig ist. Keine Sekunde kürzer. Es sei denn du musst Pferde füttern. 😉

Alles Liebe

Verena